“Das Leben wird einen Weg finden.”
So, oder so ähnlich, hat es Dr. Ian Malcolm doch gesagt.
Nachdem die Menschen die normale Evolution und natürliche Auslese ausgeschaltet hat, selektieren wir uns jetzt (mal wieder) selber aus. Fleisch, das Aufgrund viel zu intensiever Massentierhaltung mit antibiotikaresistenten Keimen übersäht ist, lässt zumindest mich mal wieder an uns Menschen zweifeln.
Wir vergiften unsere eigene Nahrung? Nebenbei sorgen wir dafür, dass diverse an sich ungefährliche Krankheiten wieder zu echten Epidemien werden können, weil wir alles und jeden mit Antibiotika vollstopfen? Irgendwas stimmt doch da nicht?
Und ich höre sie wieder. Die Leute die jammern, dass man doch nichts machen könne. Die bösen, großen Unternehmen würden das halt so machen.
Und natürlich kann man was machen. Jeder von uns. Jeden Tag.
Warum gibt es denn die großen Unternehmen die in abartigen Mengen Tiere abschlachten und in die Einkaufszentren dieser Lande schiffen? Weil wir das Zeug fressen!
Das ist jetzt kein Go-Veggie Aufruf. Und auch nichts dagegen. Ist ja auch ne Lösung. Zumindest für das Fleischproblem.
Aber denkt doch mal darüber nach, was ihr da esst. Wenn das halbe Hähnchen in der Frittenbude 1,50 € kostet, kann da doch was nicht stimmen. Davon wird das Hähnchen bezahlt, das Futter, die Ställe, der Transport, die Verarbeitung (ja, Verarbeitung inklusive Tötung und so), der Grill, das Frittenbudenpersonal, Strom, Miete,…. fällt euch was auf? Was bekommt ihr denn so in der Stunde?
Esst meinetwegen so viel Fleisch wie ihr wollt, aber gebt den Herstellern die Chance, dass sie das vernünftig machen können. Bzw. besorgt es euch da, wo es vernünftig gemacht wird. Z.B. bei der Bio-Metzgerei um die Ecke. Oder beim, vielelicht nicht Bio, aber wenigstens um die Ecke liegenden Bauern, bei dem man sich die Ställe und die Tiere angucken kann. Natürlich kostet das Kilo Schwein da mehr als drei Euro, aber dafür bekommt ihr auch keine Quecksilbervergiftung und sterbt nicht an der nächsten Erkältung, nur weil der blöde Erreger leider schon 450 verschiedene Antibiotika überlebt hat.
Es geht nicht um das Leben der Tiere.
Es geht um Eures.
~Qatifa~
Schlagworte: Desillusionierung, Gesundheit, Politik, Welt, Zukunft
Was ist denn mit dir los?
Stört dich diese Geschichte wirklich so sehr?
Oder geht es hier um etwas, dass ich nicht verstehe?
Also, die kurze Antwort ist: Ja, diese Geschichte stört mich so sehr.
Aber nicht nur diese Geschichte. Es gibt hunderttausende solcher Beispiele.
Wir leben hier in einem Land, das zu den wohlhabendsten der Welt gehört. Wir haben ein Sozialsystem, das verbesserungsfähig ist, aber immerhin haben wir eins. Niemand in Deutschland muss hungern.
Im Gegenteil. Es gibt so viele Haushalte mit Einkommen, die bestimmt 10 indische Großfamilien ernähren könnten.
Und trotzdem regen sich alle darüber auf, wenn die Milch 5 Cent teurer wird.
Wir geben, gemessen am Einkommen so wenig Geld für Nahrungsmittel aus wie kein anderes Land. Und das ist in der gesamten westlichen Welt (den sog. Industrienationen) nicht wesentlich anders.
Irgendwer bezahlt dafür. Immer.
Kurzfristig sind das die Entwicklungsländer und die Schwellenländer. Kurzfristig sind das auch wir alle, weil es immer noch abartig viele und vor allem abartig hohe Subventionen für den Massenanbau von Fleisch gibt. Brot, Mehl, Butter, Milch,… nahezu alle Agrarprodukte, die in Deutschland hergestellt werden sind extremst subventioniert, weil sie sonst nicht wettbewerbsfähig wären.
Mittel- und Langfristig aber werden wir alle dafür bezahlen. Und zwar nicht mit Geld.
Ja, Lebensmittel müssen teurer werden. Lebensmittel (natürlich auch alles andere) müssen einen Preis haben, der die nachhaltige Produktion ermöglicht.
Und die einzigen, die das wirklich bewirken können, sind wir.
Dadurch, dass wir nur nachhaltige (i.d.R. Bio) Produkte kaufen. Dadurch, dass wir uns informieren, was wir da für eine Scheiße in uns reinstopfen.
Zusammenfassung: Diese Geschichte ist ein Symptom einer kranken Welt, in der der Kapitalismus uns alle zum Aussterben verdammt.
~Qat~
P.S.: Mir ist schon klar, dass das etwas plakativ und vereinfacht dargestellt ist. Aber denkt mal alle drüber nach.
[...] Alternative zu meinem Hähncheneintrag scheint gerade tatsächlich etwas weitere Verbreitung zu finden. Das sogenannte [...]