Nachts. Kalt. Klar. Frisch. Vollmond. Er scheint über der Stadt. Kaum jemand unterwegs. Es wird langsam Winter. Die Wärme schwindet wieder und hinterlässt eine klare, scharfe Kält, die durch die Lungen in Deinen Körper eintritt. Wie eiskalter Stahl auf Deiner Haut. Sie sorgt dafür, dass Du wach bist. Deine Aufmerksamkeit erhöht.
Es hat etwas poetisch bei dieser Witterung durch die Stadt zu gehen. eine Stadt, die sonst so belebt und wuselig ist liegt erstarrt in der Kält da.
Musik aus den Ohrhöhrern bringt Dich in eine Art geistesabwesende Ekstase. Deine Gedanken schweifen, Deine Gefühle übernehmen die Oberhand. Du bist! Du lebst!
Der Stahl schneidet in Deinen Augen, Deinem Gesicht, Deinen Händen, Armen und Beinen. Dünne rote Linien überall auf Deinem Körper. Es werden immer mehr. Linien in willkürlichen Mustern. Dein Blut fängt an, Deine Arme entlang zu rinnen. Mit ausgebreiteten Armen gehst Du weiter durch die Stille Nacht, doch in Deinem Kopf rasen die Gefühle, die Musik, dein Verstand…
Dein ganzer Körper ist zerrissen vom Stahl, blutrot. Dein Blut rinnt über deine Beine zum Boden und Du hinterlässt eine Spur von Fußtapsen auf der Straße.
Niemand sieht es. Niemand hört das Chaos in Deinem Kopf. Kaum jemand ist überhaupt da, und die wenigen beachten Dich nicht. Sehen nur die Stille der Stadt.
Allein. Einsam. Umgeben von Hunderttausenden.
~Qatifa~